Samothraki beitrag

1.9. Eine freie Welt der Erfahrung

Ich glaube alles geschieht zu einem Zweck. Nicht zu einem Zweck, den wir jemals verstehen brauchen, aber alles dient der Ganzheit, was immer das auch sein mag. Für mich bedeutet es, dass sich lange Einsamkeit und der dadurch entstandene Wachstum, zu gegebenem Zeitpunkt in Liebe verwandelt. Sie verwandelt sich in die Liebe zu mir selbst und in die Liebe und Zuneigung anderer Menschen.

Warum? Weil, wenn ich in einer tieferen Verbindung zu mir stehe, mit allem was mental, emotional, physisch und energetisch ist, desto mehr vibriere ich in dieser wunderbaren Energie. Es bedeutet nicht, vollkommen abstinent von irgendwas zu sein, um die Energie einzig und allein in sich selbst zu generieren und dann erst ins Außen zu treten, sondern dass durch alles was einem auf dem Lebensweg passiert dazu dient sich selbst tiefer zu erfahren, zu reflektieren und schließlich seine eigene Ausstrahlung zu verstärken und zu teilen.

Der letzte Monat hier, war von so vielen Eindrücken geprägt, dass ich immer noch dabei bin zu integrieren und das, obwohl ich mich in einer Eindrucksarmen Umwelt befinde.
Ich nehm dich mal ein bisschen auf die Reise mit.

Die Insel

Ich habe an einem Tag meine Sachen gepackt und bin auf die Nachbarinsel von hier herübergeschippert. Zwei stunden auf der Fähre und ich habe direkt die alte Amina wieder entdeckt. Die abenteuerlustige, spontane, mutige und kontaktfreudige Amina. Denn ich stieg mit drei neuen Freunden vom Schiff und fuhr direkt per Anhalter in die nächste “Stadt“, es war mehr ein Dorf, aber ein wunderschönes.

Samothraki ist eine magische Insel. Überall gibt es Wasserfälle und natürliche Pools, die sich durch die Steinformationen bilden. Jeder fühlt sich frei, die Menschen sind extrem herzlich und überall gibt es die wunderbare Natur zu bestaunen. Blumen und Pflanzen, die ich noch nie zuvor gesehen habe, Echsen mit blauen Köpfen und grünem Körper, kleine Frösche, und unzählige, farbige Libellen, die regelmäßig auf meinem Kopf landeten.

An einem ganz unschuldigen Tag, an dem ich mal wieder einen Berg hochgekrachselt bin, um in einem der Wasserfälle zu baden und meinen nackten Körper in die Sonnenstrahlen zu legen traf ich auf einen wunderbaren Mann, mit dem ich in die Dimension der Spiritualität eintauchen konnte. Wir haben uns eine Stunde lang, nackt voreinander sitzend über die tiefsten Themen unterhalten und ich konnte nach langer Zeit wieder spüren, was es bedeutet diese Aufregung im Bauch zu spüren wenn ich einen neuen Menschen kennenlerne, der sich genau auf einer Frequenz mit mir befindet. Doch das war erst der Anfang einer aufregenden Erfahrung.

Die Menschen die ich durch diesen Mann treffen durfte haben mir einen tiefen Einblick in eine Welt gewährt, für die ich schon lang eine Neugier hege. Die Welt des Tantras, der bedingungslosen Liebe, der Einheit von Ying und Yang und dem Spiel mit der eigenen Sexualität. Ich wurde quasi vom Universum eingeladen, eine achtsame, neugierige Zuschauerin dessen zu sein und dabei zu beobachten, was es mit meinem Körper, meinem Empfinden und meinen Gedanken macht. Für mich war das so ein Geschenk, wodurch ich so viele Illusionen endlich wegwerfen konnte, so viele Vorurteile gehen lies und mich selbst mehr und mehr in die Thematik hinein entspannte.

Und jetzt… habe ich die Möglichkeit erhalten am eigenen Körper zu erfahren, was es heißt einen Raum zu kreieren, in dem das Spielen erlaubt ist, in dem das Einzige was zählt, die Ehrlichkeit und Kommunikation ist. In diesem Raum ist alles erlaubt und alles kann darin passieren, weil er sicher ist. Ich darf mich hier ganz neu erfahren, ganz neu kennenlernen und noch mehr Schichten von meiner Zwiebel schälen. Und das ist gar nicht so einfach, weil das Spüren und das Erlauben von Emotionen eine große Herausforderung ist, weil es viel leichter ist alles einfach zu unterdrücken und wie gewohnt weiter zu machen, aber es bringt mich nicht weiter. Im Gegenteil, es ruft nur immer die gleichen Muster im Außen auf, die mir bereits auf die Nerven gehen, also gebe ich mich dem hin und verändere meine Wahrnehmung, indem ich alles einfach zulasse und damit loslasse.

Was jetzt noch kommt…

Meine Zeit hier ist auf 3 Wochen begrenzt, dann geht es für mich weiter nach Portugal, zu einer neuen Erfahrung und zu einer neuen Umgebung. Ich freue mich darauf, meine Komfortzone, die ich hier aufgebaut habe, wieder zu verlassen und damit noch ein Stückchen weiter hinaus aufs offene Meer zu schwimmen. Ich kann schwimmen und deswegen weiß ich, dass ich auch alles unerwartete aus vollem Herzen wahrnehmen und erfahren werde.